NABU Waldbrunn Aktuelles

10 Milliarden  - Wie werden wir alle satt?

Dokumentarfilm von Valentin Thurn

Waldbrunn. Laut Bevölkerungsexperten soll die Bevölkerung auf der Erde bis zum Jahr 2015 auf 10 Milliarden Menschen anwachsen. Auch wenn derzeit viel über weggeworfene Lebensmittel diskutiert wird, sind diese bereits heute ungleich verteilt, sodass es immer wieder, insbesondere bei Naturkatastrophen oder im Kriegsfall, zu Versorgungsengpässen bis hin zu Hungersnöten kommt.

Bis ins Jahr 2050 wird sich diese Frage weiter verschärfen, denn trotz Massentierhaltung und industrieller Landwirtschaft mit Pflanzenschutzmitteln und Kunstdüngern, wird der Platz für die Produktionsflächen von Lebensmittel immer knapper. Doch woher soll Fleisch, sollen Proteine kommen, um alle Erdenbürger satt zu versorgen. Vielleicht durch Insekten, wie ein NABU-Vortrag im vergangenen Jahr aufzeigte? Oder muss bald jeder seine eigenes Obst und Gemüse anbauen. Der Filmemacher Valentin Thurn hat für seinen Film weltweit nach Lösungen gesucht. Dabei hat er Biobauern und Lebensmittelspekulanten getroffen, Laborgärten, Fleischfabriken und sowie Kleinbauern besucht. Wer diesen Film gesehen hat, wird künftig anders essen.

Der NABU Waldbrunn zeigt diesen Film (Dauer 1 Stunde 47 Minuten) am Donnerstag, den 21. April, ab 19:30 Uhr, im Gasthaus Drei Lilien, in Mülben. Der Eintritt ist frei.

Infos im Internet:

www.10milliarden-derfilm.de 

NABU Waldbrunn  an den NABU Baden-Württemberg zum Theme "Energiewende"

Bei der Prüfung der Standorte für geplante Windenergieanlagen, die im Rahmen des Regionalplans der Metropolregion Rhein-Neckar-Odenwald vorgeschlagen wurden, stellte sich heraus, dass bei sehr vielen der geplanten Standorte aus artenschutzgründen Bedenken bestehen. Mit dem Vortragen dieser Bedenken allein sollte die Aktivität des NABU nicht beendet sein.

Der Naturschutzbund (NABU) verbindet laut seinem Grundsatzprogramm „sein Engagement für eine intakte Natur und eine gesunde Umwelt mit dem verstärkten Einsatz für eine zukunftsfähige Energiepolitik. Außerdem setzt er sich für Klimaschutz und Ressourcenpolitik ein.“

Deshalb müssten weitere Schritte folgen.

Die Erkenntnis, dass der Klimawandel die Natur bei weiterem Nichts-tun zunehmend schädigt, die Nutzung der Atomkraft unverantwortbare Risiken mit sich bringt und ein generationsübergreifendes nachhaltiges Wirtschaften inkl. Schonung von Ressourcen erforderlich ist, sollte dazu führen, dass der NABU bei Ablehnung von Windkraftstandorten (wenn auch aus guten Gründen) konsequent wirksame weitere energetische (Kompensations-)Maßnahmen fordert. Dies sollte nicht nur allein an die Politik herangetragen werden, sondern es sollte dafür auch in „windkraftfreien“ Kommunen, bei windkraftkritischen Bürgern und bei den eigenen Mitgliedern intensiv geworben werden.

Orientierung dafür könnte sein, dass die betroffenen Verbraucher von sich aus nur noch so viel CO2 produzieren bzw. ihn so weit reduzieren, wie es für die Einhaltung des vereinbarten Klimazieles verträglich ist. Dazu könnten jeweils leicht umrechenbare Energieverbrauchsdaten zur Orientierung genannt werden.

Beispiele für realistische konkrete Schritte zur Erreichung der Klimaziele für Kommunen, Betriebe und Privathaushalte:

 

  1. Konsequente Energieeinsparung
  2. Heizungen und Warmwasserbereiter solar unterstützen oder Wärmepumpeneinsatz.
  3. Den Strom von CO2- und atomstrom-freien Anbietern beziehen
  4. Verstärkte Investition in Photovoltaik
  5. Nutzung der Elektromobilität, wenn möglich in Kombination mit Photovoltaik (Elektroautos anschaffen, leistungsfähige Ladestationen zur Verfügung stellen)
  6. Beteiligung an Bürgerenergiegesellschaften (Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie)

 

Im Erläuterungsbericht des Antrages der Fa. Fichtner in den Kapiteln 5.2. und 5.3 und in den Erläuterungen des Büros IFK wird dieses Gebiet als überwiegend „naturferner“ reiner Nadelbaum- und Mischbestand beschrieben mit nur mittlerer naturschutz-
Ernst Stephan
Am Höllbach 1
Tel. 06274-1456 Est.waldbrunn@gmx.de


Nach §§ 30 und 31 BNatSchG ist im BImSchG-Verfahren bei geschützten Biotopen und Naturdenkmalen (§ 28 BNatSchG) für Abstandsregelungen eine Einzelfallbetrachtung vorzunehmen. Wir fordern deshalb - wie auch bei Naturmonumenten vorgeschrieben - den Turm inkl. Rotor in einem Abstand von 200 m vom Naturdenkmal und Waldbiotop zu errichten, (d.h. Abstand zum Turmfuß 260 m).
Abstand zu Siedlungsflächen und Zahl der Anlagen
Die geplante Zahl von 12 Anlagen mit ihrer enormen Höhe ist für das Landschaftsbild so dominant, dass die Funktion des Ortes laut Regionalplan als „Schwerpunkt der Kur- und Naherholung“ beeinträchtigt wird.
Der Schwarzstorch ist in Deutschland eine seltene und gefährdete Vogelart. Geringe Brutbestände bestanden durchgängig in den letzten Jahrzehnten nur in Nord- und Ostdeutschland. Erst in den letzten 10 Jahren kam es durch verstärkte Schutzmaßnahmen zu einer Besiedelung einiger Mittelgebirge Süddeutschlands.
Der Schwarzstorch benötigt für eine Ansiedlung störungsarme Waldgebiete mit alten Bäumen zur Horstanlage. Daneben sind naturnahe, ungestörte Gewässer (Bachläufe, Tümpel) zur Nahrungssuche notwendig.
Konkrete Vorschläge zu ökologischen Ausgleichsmaßnahmen konnten in den Planungen nicht gefunden werden. Ob die Herausnahme von bestimmten Waldgebieten in Zwingenberg aus der Bewirtschaftung, wie im Antrag erwähnt, als Ausgleich gelten kann, ist zu bezweifeln, da es ohnehin nur schwer nutzbare Waldgebiete betreffen könnte, wie z.B. die Wolfsschlucht.
In Gebieten mit hohem Fledermausbestand lässt sich das Kollisionsrisiko durch eine temporäre Abschaltung der WEA bei starkem Fledermausflug wirkungsvoll reduzieren. Dazu ist die Installation von Batcordern (festinstallierte Fledermausdetektoren) notwendig. Laut Gutachten soll der Abschaltalgorithmus nur in den Anlagen

Außerdem sollten vom NABU konkrete Kriterien und Bedingungen genannt werden für die Vereinbarkeit von Windkraftanlagen und dem Vorkommen geschützter Arten. Das Ziel, durch CO2-freie Energieerzeugung die Folgen des Klimawandels für die Natur insgesamt zu minimieren, darf bei all den Diskussionen nicht außer Acht gelassen werden.

NABU Waldbrunn erhält Ehrenamtspreis 2014

Preistraeger NABU

Der NABU Waldbrunn mit Bürgermeister Markus Haas (li.) und Moderator Dr. Alexander Dambach. (Foto: Hofherr)

Mosbach. In der Alten Mälzerei in Mosbach wurden heute die Ehrenamtspreise der Bürgerstiftung Mosbach und Umgebung überreicht. Nach der Begrüßung durch den Klaus Saffenreuther, Vorsitzender der Stiftungsvorstands der Bürgerstiftung, der Ansprache von Schirmherrn Landrat Dr. Achim Brötel und diversen Grußworten wurden sechs Preise überreicht, die jeweils mit 1.500 Euro dotiert sind und mit einer Trophäe übergeben werden. Insgesamt waren in diesem Jahr 100 Personen und Gruppen aus dem ganzen Kreisgebiet nominiert. Der Ehrenamtspreis wird jährlich als Belohnung für ehrenamtlich in der Region Tätige verliehen.

Waldbrunns Bürgermeister Markus Haas war es vorbehalten, das Engagement des NABUam Katzenbuckel auszuzeichnen. Die Gruppe ist seit mehr als 30 Jahren auf dem Winterhauch aktiv, und kümmert sich um den Erhalt der Kulturlandschaft und der einzigartigen Natur. Neben Heckenpflanzungen und der Schaffung von Biotopen, war der NABU Waldbrunn Ideengeber für die Waldbrunner Mostwochen, die in diesem Jahr ihre fünfte Auflage erfuhren. In einer einzigartigen Kooperation wirken Naturschützer, Gastronomen, Touristiker, Vereine, Gewerbetreibende und Gemeinde zusammen, um die artenreichen Odenwälder Streuobstwochen zu erhalten. Mit dem Preisgeld will der NABU seltene Biotope schützen.

Infos im Internet:

www.buergerstiftung-mosbach.de

Das Elektroauto ein fortschrittliches und umweltfreundliches Verkehrsmittel

Ein Elektroauto kann wirtschaftlicher sein als ein Dieselfahrzeug – und vor allem umweltfreundlicher.

Ernst Stephan vom NABU Waldbrunn berichtete in seinem Vortrag mit dem provokativen Titel: „Mit Vollgas in den Untergang?“ im Gasthaus „Drei Lilien“ in Mülben über seine Erfahrungen mit seinem Elektroauto der Marke Renault Zoe. Er beleuchtete, inwieweit ein Elektrofahrzeug einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen allgemein reduzieren kann.

Bei der Umstellung auf dieses Elektroauto musste er sich zunächst an einen Automatikantrieb gewöhnen. Die Benutzung des Ladegerätes und die Nutzung des modernen Bordcomputers seien leicht zu erlernen gewesen. Die Reichweite des Fahrzeugs sei mit 200 Km angegeben, wobei im Winter bei tiefen Temperaturen eine geringere Reichweite des Fahrzeugs berücksichtigt werden muss. Durch die anschauliche Verbrauchsanzeige im Display stelle dies jedoch kein Problem dar - zumal der Fahrer optisch auf dem Armaturenbrett zur sparsamen und vorausschauenden Fahrweise animiert werde.

Angetrieben wird das Auto durch einen Elektromotor mit  88 PS bzw. 65 kW, dessen Beschleunigungsleistung durchaus begeistere. Im sparsamen Eco-Modus leiste der Motor dann maximal 43 kW. Beim Bremsen wird  lt. Stephan die Antriebsbatterie während der Fahrt wieder aufgeladen. Durch die Motorbremse würden bis zu 22 KW in die Batterie rückgespeist, die Fußbremse bewirke eine Wiederaufladung mit bis zu 43 KW. Nach Beendigung der Fahrt könne sie zu Hause am eigenen Ladegerät geladen werden oder unterwegs kostenlos bei ADAC-Niederlassungen oder bei einigen Stadtwerken. An den immer zahlreicheren Ladesäulen eines bestimmten Energieversorgers könne z.B. durch Anruf mit dem Handy oder per SMS die Ladung gestartet werden – eine volle Ladung (120 bis 200 km) koste dort ca. 8.- €, an der eigenen Ladebox zu Hause seien dafür ca. 6.- € an den jeweiligen Energieversorger zu bezahlen.

Die staatliche Förderung von Elektroautos sei in den einzelnen Ländern der Welt sehr unterschiedlich, was auf eine enge Verzahnung von Wirtschaft und der jeweiligen Politik eines Landes hindeute. In Deutschland gibt es für E-Autos nur die Befreiung von der Kfz-Steuer, in anderen Ländern gewährt der Staat eine steuerliche Förderung bzw. Steuerfreiheit bis zu 30.000 € - leider gerade in Ländern, in denen Atomkraft noch propagiert werde. Im Sinne der Energiewende sollte aber gerade in den Ländern, in denen man auf regenerative Energie setzt, die Förderung am höchsten sein. Besonders bedauerlich sei es, dass bei uns in Norddeutschland Windstrom mangels Nachfrage z.Zt. teilweise noch ungenutzt bleibe.

Zu den Vorbehalten gegenüber Elektroautos stellte er die Fragen: Welche Reichweiten werden wirklich täglich benötigt? Werden Arbeitsplätze sicherer durch Verharren auf herkömmlicher Technik? Bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit  und den ökologischen Vorteilen müssten z.B. auch die niedrigeren Werkstattkosten, die Steuervorteile und beim ökologischen Vergleich auch die CO2-Emissionen berücksichtigt werden, die für Verbrenner bei der Herstellung von Benzin und Diesel verursacht werden. Zur Zeit könnten die modernsten E-Autos, wie der Renault  Zoe, der Nissan Leaf, die Tesla Modelle, der BMW i3 und i8 konventionelle Autos durchaus ersetzen.

Ladezeiten von 1 Stunde seien mit den entsprechenden Ladegeräten bei allen Modellen erreichbar. Endgeschwindigkeiten von 135 bis über 200 km/h seien je nach Modell möglich, wenn auch nicht unbedingt sinnvoll. Von den 5-sitzigen Elektroautos halte er den Renault Zoe für den Preisgünstigsten mit ca. 22.000 € (ohne Batterie).

Zur Wirtschaftlichkeit seines E-Autos machte Stephan eine Rechnung auf, nach der er alle relevanten Kosten einbezog, die bei 12.500 km/Jahr anfallen - inkl. Batteriemiete. Demnach sei der Zoe trotz höherem Anschaffungspreis genauso wirtschaftlich wie ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Mit eigener Photovoltaikanlage und Nutzung der kostenlosen Lademöglichkeiten sei er sogar günstiger. Zur Wirtschaftlichkeit trüge bei, dass beim Elektroauto viele teure Verschleißkomponenten des Verbrenners nicht vorhanden seien, wie Auspuff, Getriebe, Kupplung, Katalysator, Lambda-Sonde, Zündkerzen, Zündverteiler, Motorenöl, Getriebeöl, Kühlwasser, Zylinderkopfdichtung, Zahnriemen, Benzintank. ASU sei ohnehin nicht erforderlich. Das sei auch dessen Vorteil gegenüber Hybrid-Fahrzeugen. Die Batterie zunächst noch zu mieten sei deshalb sinnvoll, da deren Preis in den nächsten Jahren deutlich sinken werde.

Durch ein Elektroauto werde die Umwelt von Lärm entlastet. Auch Abgase würden durch sie vermieden - ganz besonders, wenn als Stromquellen regenerative Quellen genutzt würden. Bei den CO2-Emissionen produziere das E-Auto, betrieben mit dem momentanen deutschen Strommix, halb so viel CO2 wie ein Verbrenner. Bei der Nutzung regenerativer Energie sei das E-Auto sogar nahezu CO2-frei. Er wies darauf hin, dass es lt. Fraunhofer Institut eine Reihe von Energieversorgern gäbe, die keine technische oder wirtschaftliche Verknüpfung mit Kern- und Kohlekraft haben und regenerativen Strom oft sogar preisgünstiger liefern.

Als Hürde für die Elektromobilität bezeichnete er die derzeit noch fehlenden leistungsfähigen Elektrotankstellen - besonders im ländlichen Raum, die mit 22 KW Ladeleistung eine volle Ladung innerhalb 1 Stunde ermöglichen.

Zusammenfassend stellte er fest, dass er mit seinem Elektroauto nach wie vor sehr zufrieden ist.  Es biete einen besonderen Fahrgenuss -  vor allem wegen seiner satten Beschleunigung ohne Motorenlärm und ohneAbgasgestank. Eine bestimmungsgemäße Verwendung vorausgesetzt, nämlich den Einsatz des Fahrzeugs für Strecken von täglich unter 120 km, stelle das E-Auto ein fortschrittliches, wirtschaftliches und vor allem ein sehr umweltfreundliches Verkehrsmittel dar.

Infos im Internet unter:

www.goingelectric.de

www.zoepionierin.de

www.danzei.de

Betr.: Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans des GVV Waldbrunn- Neckargerach - Teiländerung der 1. Fortschreibung des Flächennutzungsplanes, 2.Fortschreibung des Flächennutzungsplanes / Teilfortschreibung „Windkraft“ Bezug: Ihr Schreiben vom 31.10.2013

06.12.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gruppe Waldbrunn des Naturschutzbundes dankt Ihnen für die Möglichkeit, im Rahmen der Offenlegung des o.g. Vorhabens Einsicht in die Planungen zu nehmen und hierzu eine Stellungnahme abzugeben. Der Bezirksverband des NABU Rhein-Neckar- Odenwald unterstützt uns dabei. Wir begrüßen die Energiewende und akzeptieren Windräder auf der Gemarkung Waldbrunn, wenn Artenschutz und der Schutz des Landschaftsbildes angemessen berücksichtigt werden.

Gebietscharakteristik

Die auf dem Gebiet der GVV Waldbrunn-Neckargerach und der Gemarkung Eberbach vorgesehenen 12 Standorte für Windenergieanlagen (WEA) liegen in einem geschlossenen Waldgebiet.

Naturschutzbund Deutschland Gruppe Waldbrunn

69429 Waldbrunn

fachlicher Bedeutung. Außerdem wird eine angebliche „Strukturarmut“ festgestellt. Ein Blick auf die Satellitenkarte zeigt jedoch, dass das Gebiet durchaus strukturreich ist, begünstigt durch die ehemaligen Windwurfflächen, die nicht einheitlich nachgewachsen sind. Im Bereich der WEA 3, 4 und 8 sind außerdem ältere Buchenbestände vorhanden. Im Bereich der Max-Wilhelmshöhe sollen zur Zuwegung wertvolle Hecken und einzelne Obstbäume entfernt werden. Grundsätzlich sind Waldflächen in ihrer Bedeutung für die Natur wesentlich höher als z.B. Ackerflächen einzustufen. Daher können wir die Geringschätzung der beanspruchten Flächen nicht nachvollziehen. Das Waldökosystem wird im unmittelbaren Umfeld der WEA erheblich beeinträchtigt.

Abweichungen vom Regionalplan

Das Plangebiet liegt nach dem derzeit gültigen Regionalplan zum größten Teil in einem Regionalen Grünzug, in einem Vorranggebiet für Natur- und Landschaftsschutz und in einem als „Unzerschnittener Raum“ gekennzeichneten Gebiet. Diese Flächenfunktionen sind entgegen der Behauptung des Planers durch die Vielzahl der geplanten Windräder durchaus erheblich beeinträchtigt. Dies gilt insbesondere auch für den Flächenverbrauch und die Zerschneidung der Waldgebiete durch die Zuwegung zu den Windkraftstandorten. Dass im Entwurf des Regionalplans ein kleinerer Teil dieses Gebietes bereits als Vorranggebiet für Windkraftnutzung vorgesehen war, hat für die Zulässigkeit der neuen Nutzung insofern keine Bedeutung, da dieser Entwurf nicht beschlossen worden war und inzwischen sogar wieder aufgehoben wurde. Außerdem hatte der Gemeinderat Waldbrunn damals als Vorranggebiet für Windkraft anderen Flächen und Grenzen zugestimmt, als im Regionalplanentwurf zu sehen waren.

Als Ausgleich für die Funktionsbeeinträchtigung der betroffenen Waldflächen erwartet der NABU, dass die Flächenfunktionen - Regionaler Grünzug und Vorranggebiet für Natur und Landschaftsschutz - im neuen Regionalplan auf das Gebiet nördlich der L 524 zwischen Mülben und Wagenschwend erweitert werden, zumal dieses Gebiet (inkl. Mülbener See und NSG Schwanne Wald) tatsächlich ökologisch sehr wertvoll ist. Dies hatten wir schon in unserer letzten Stellungnahme zum Regionalplan angeregt.

Geologisches Naturdenkmal Felsenhaus

In der Veröffentlichung der LUBW ist das Felsenhaus als Naturdenkmal (ND 4) der Wertklasse 1 (schutzwürdig) zugeordnet und als landeskundlich wertvoll bezeichnet. Der Turm des Windrads Nr. 8 soll nach Plan in einem Abstand von 150 m zu diesem Gebiet stehen. Der Rotor ragt um etwa 60 m über den Mittelpunkt des Turmes hinaus, so dass ein effektiver Abstand von nur 90 m gegeben ist. Dies mindert den ästhetischen

Wert des Naturdenkmals und wirkt bedrängend auf dieses. Das geschützte Geologische Naturdenkmal Felsenhaus ist außerdem umgeben von einem amtlich festgesetzten Waldbiotop (siehe Anlage). Die im Waldbiotop lebenden Arten werden bei diesemgeringenAbstand gestört.

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes / Riegelbildung

Die lange Reihe von Windrädern auf einer Länge von 4,4 km beeinträchtigt das Landschaftsbild und den Vogelzug durch Riegelbildung. Die NABU-Gruppe hat schon frühzeitig vorgeschlagen, den Riegel zu verkürzen und z.B. die Windkraftanlage Nr.12 wegzulassen, da dieser Standort ohnehin windschwächer ist als die anderen. Der verbliebene Riegel ist durch Ausgleichsmaßnahmen angemessen zu kompensieren. Auf die angrenzenden, auf Eberbacher Gemarkung im Landschaftsschutzgebiet Augstel geplanten beiden Windräder sollte aus dem gleichen Grund und aus Rücksicht auf das dortige Landschaftsschutzgebiet verzichtet werden.

Unseres Erachtens sollten 8-9 Anlagen ausreichen, um sie wirtschaftlich betreiben und landschaftsverträglich einbinden zu können.

Artenschutz

Das angrenzende Tal des Reisenbach gehört zum Brut- und Nahrungsrevier eines Schwarzstorchpaares.

Im Odenwald wurden in den letzten 5 Jahren einzelne Schwarzstörche zur Brutzeit beobachtet. Aus den Planungsunterlagen geht nicht hervor, ob - nachdem im Reisenbacher Grund etliche Exemplare des Schwarzstorches gesichtet wurden - nach Schwarzstorchhorsten flächendeckend gesucht wurde. Der NABU hält es für unabdingbar, dass im Winter 2013/2014 nochmals gezielt von ausgewiesenen Experten an den Hängen des Reisenbacher Grundes nach Schwarzstorch-Horsten gesucht wird. Es muss zweifelsfrei festgestellt werden, dass in 3 km-Umkreis jeder einzelnen der geplanten Windkraftanlagen kein Schwarzstorchpaar brütet. Andernfalls würde eine Genehmigung der Anlagen eklatant gegen das Naturschutzrecht verstoßen.

Wir fordern im Sinne des Fledermausschutzes und des Schutzes für windkraft- empfindliche Arten ein Konzept zur Begleitforschung während des Betriebes der Anlagen (Monitoring der Bestandentwicklung von Fledermäusen, Schwarzstorch und Rotmilan im gesamten Waldgebiet).

Außerdem weisen wir darauf hin, dass ein Ausgleich für Natureingriffe bereits während der Bauphase beginnen muss. Bestimmte Ausgleichsmaßnahmen sollen schon vor dem Bau der Anlagen wirken können.

Es wäre außerdem nicht akzeptabel, wenn beim ökologischen Ausgleich Standorte im Wald gleich hoch bewertet würden, wie Standorte auf Wiesen- und Ackerflächen. Als rechnerischen Ausgleich für den Eingriff halten wir in diesem Fall mindestens 3 Prozent der Baukosten für erforderlich. Dieser Betrag muss ökologischen Maßnahmen in der Nähe zu Gute kommen. Vorschläge für konkrete Ausgleichsmaßnahmen auf Gemarkung Waldbrunn hat der NABU Waldbrunn bereits dem Planer übermittelt (siehe Anlage).

Folgendes erachtet der NABU Waldbrunn bei ausgewiesenen Standorten für WEA für den Fledermausschutz als notwendig:

Sofern 4 und 5 installiert werden. Wir halten allerdings dies bei allen WEA für erforderlich. Mit der Genehmigung von WEA im Wald muss grundsätzlich ein betriebsbedingtes Monitoring festgelegt, vom Vorhabensträger durchgeführt und öffentlich zugänglich gemacht werden. Werden dabei erhebliche nachteilige Auswirkungen festgestellt, sind vom Vorhabensträger Abhilfemaßnahmen zu erbringen. Fledermäuse sind aufgrund ihrer geringen Vermehrungsrate mit ein bis zwei Jungtieren pro Jahr besonders anfällig für das rasche Aussterben lokaler Populationen aufgrund von Verlusten durch Windräder. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Fledermausschutz im NABU legt die Obergrenze des tolerierbaren Tötungsrisikos auf eine Fledermaus pro Windenergieanlage pro Jahr fest.

Bei ausgewiesenen WEA Standorten ist bereits auf der planungsrechtlichen Ebene für eine Kompensation des Eingriffs zu sorgen.

ZUSAMMENFASSUNG:

  1. Die Naturferne und Strukturarmut des Plangebietes wird bezweifelt. Die Bewertung des Gebietes im Hinblick auf Ausgleichsmaßnahmen ist zu niedrig angesetzt - nämlich wie für Flächen außerhalb eines Waldes.
  2. DieBeeinträchtigungendes„RegionalenGrünzugs“,des„Vorranggebietesfür Natur- und Landschaftsschutz“ und des „Unzerschnittenen Raumes“ müssen kompensiert werden.
  3. Der Abstand der WEA 8 zum dortigen Naturdenkmal und Waldbiotop muss vergrößert werden.
  4. DieSuchenachSchwarzstorchhorstenistzuintensivieren.
  5. Die Riegelbildung der langen Reihe der WEA sollte gemindert werden (Verzicht auf WEA 12 und auf die Anlagen im Augstel).
  6. Das Monitoring zum Fledermausschutz ist zu verbessern (Abschaltregelung bei allen WEA!).
  7. Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen müssen vor Ort und in einem größeren angemesseneren Umfang erfolgen und vor Baubeginn wirken können.

Mit freundlichen Grüßen

Ernst Stephan (Vorsitzender) NABU Waldbrunn

Christiane Kranz (Geschäftsführerin) NABU Rhein-Neckar-Odenwald

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