NABU Waldbrunn Wir im NABU
Seit 1899 engagiert sich sich der NABU - mit über 70.000 Mitgliedern größter Naturschutzverband Baden-Württembergs - gegen Umweltzerstörung und für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen in unserer Region.
Der NABU Waldbrunn ist seit 1983 mit inzwischen 80 Mitgliedern auf der Gemarkung der Gemeinde Waldbrunn im Hohen Odenwald tätig. Im November feierten wir unser 25-jähriges Bestehen. Hierzu erschien folgender Presseartikel:
Bericht Jahreshauptversammlung 2010
NABU Waldbrunn erinnerte an Peter Edelmann und Dr. Wolfgang Schnetter

Gerhard Neureither ehrte Thomas Edelmann für seine 25-jährige Mitgliedschaft. (Foto: Hofherr)
Waldbrunn. (hof) Die Diskussion um den geplanten Digitalfunkmast auf dem Katzenbuckel beherrschte die Mitgliederversammlung des NABU Waldbrunn, die am Freitag im Gasthaus Drei Lilien in Mülben stattfand.
Bevor der 1. Vorsitzende Gerhard Neureither die Tagesordnung eröffnete, erinnerte er an den Ehrenvorsitzenden Peter Edelmann und an Dr. Wolfgang Schnetter, die beide durch ihr Engagement den Erfolg des NABU Waldbrunn maßgeblich bestimmten. „Durch den Tod der beiden Naturschützer ist der NABU Waldbrunn ärmer geworden”, würdigte Neureither die Verstorbenen.
Es folgten der Jahres- sowie der Kassenbericht. Dem Kassier Andreas Steck bescheinigte Kassenprüfer Otto Stich einwandfreie Führung der Finanzen. Bevor Hans Zollmann die Neuwahlen durchführte, ehrte der Vorsitzende Gerhard Neureither mit Thomas Edelmann ein Mitglied, das dem NABU seit 25 Jahren die Treue hält.
Bei den Wahlen wurde der bisherige Vorstand einstimmig bestätigt. 1. Vorsitzender bleibt Gerhard Neureither. Stellvertreter ist auch künftig Bernd Mohr. Die Verantwortung für die Kasse wird in bewährter Weise von Andreas Steck übernommen. Schriftführer wurde erneut Ernst Stephan. Koordinator für Arbeitseinsätze wurde Herbert Herold. Für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist künftig Marina Hofherr zuständig. Da sich Gerhard Neureither im kommenden Jahr aus dem Vorstand zurück ziehen möchte, wurde die Amtszeit auf 12 Monate begrenzt.
Es folgte die traditionelle Vorstellung des „Vogel des Jahres”. Dabei ging Neureither auch auf die Kontroverse ein, die durch die Wahl des Kormorans ausgelöst wurde. Insbesondere Angler und Fischer kritisieren das Vorgehen als Provokation.
Bei der anschließenden Aussprache nahm der geplante Funkmast am Katzenbuckel breiten Raum ein. Dabei zeigte sich der NABU-Vorsitzende über die im Katzenpfad-Online-Magazin veröffentlichte Stellungnahme von Innenminister Heribert Rech sehr verwundert, da der Eindruck entstehe, als habe sich die Landesregierung in der Standortfrage bereits festgelegt. Die Feststellung Rechs, dass Alternativstandorte zu einer Unterversorgung führen, sei darauf zurückzuführen, so Neureither, dass man die falschen Standorte geprüft habe. So sein eine Kombination zweier Sendemasten an verträglichen Standorten offensichtlich nicht untersucht worden, so der Vorsitzende gegenüber der Versammlung. Für den NABU bliebe es dabei, dass das Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet Katzenbuckel, die wichtigste touristische Attraktion Waldbrunns nicht verschandelt werden dürfe, erläuterte Neureither auf Nachfrage vonseiten der Mitglieder. Habe das Innenministerium bei der ins Feld geführten Schonung von Ressourcen lediglich die Finanzressourcen seines Ministerkollegen Willi Stächele im Blick gehabt, aber nicht Landschaft und Natur auf dem Winterhauch. „Das Innenministerium sei für die umweltverträgliche Standortfindung ohnehin die falsche Adresse”, waren sich die NABU-Mitglieder einig. Wenn es um die schnelle Hilfe bei Unfällen und Katastrophen ginge, so einige Teilnehmer der Veranstaltung, sei der Polizeifunk ohnehin kaum hilfreich, da die Alarmierung immer aus dem Festnetz oder von Handys erfolge. Da Argument, dass man Menschenleben gefährde, wenn man gegen den Digitalfunkmast sei, greife daher nicht, so das Fazit. Damit solle lediglich Druck auf Entscheidungsträger erzeugt werden, sind sich NABU-Mitglieder sicher. Nach der Stellungnahme des Innenministeriums befürchten die Naturschützer nun, dass weitere Alternativstandorte nun gar nicht mehr geprüft werden sollen. Man werde aber weiterhin am Ball bleiben und sich für den Erhalt der einzigartigen Katzenbuckellandschaft einsetzen, versprach der Vorsitzende.
Nachdem er das Jahresprogramm des NABU und der NAJU vorgestellt hatte, beendete Gerhard Neureither die Jahreshauptversammlung des NABU Waldbrunn.
25 Jahre NABU Waldbrunn

Im Rahmen des traditionellen Jahresabschlussfestes beging der NABU Waldbrunn am Samstag sein 25-jähriges Jubiläum.
Im Rahmen seiner Ansprache ließ der 1. Vorsitzende Gerhard Neureither
die Geschichte des NABU auf dem Winterhauch Revue passieren und stellte
dabei die wichtigsten Tätigkeitsfelder vor. Anfangs sei man im Hohen
Odenwald noch auf Unverständnis gestoßen, da viele Bürger der Meinung
gewesen seien, dass die Natur im Hohen Odenwald noch in Ordnung sei. Es
habe sich jedoch schnell gezeigt, dass die globalen Fehlentwicklungen
auch vor den Dörfern rund um den Katzenbuckel nicht halt machen. Das
empfindliche ökologische Gleichgewicht sei insbesondere in den Jahren
nach dem 2. Weltkrieg durch massive menschliche Einflüsse aus dem
Gleichgewicht gebracht worden, sodass man auch im Kleinen gegensteuern
müsse, so Gerhard Neureither zu den Beweggründen vor 25 Jahre.
Zu den Schwerpunkten der Arbeit des NABU Waldbrunn gehören neben dem
Erhalt, der Schaffung und der Pflege von Hecken und Streuobstwiesen
auch der Geländeerwerb von ökologisch wertvollen Flächen. Dadurch könne
man Biotope erhalten bzw. neue Schaffen. Durch die Intensivierung der
Landwirtschaft seien viele Lebensräume verloren gegangen, so
Neureither. Auch den Vogelschutz haben sich die Naturschützer des
Winterhauchs auf die Fahnen geschrieben. Durch Vogelstimmenwanderungen
will man den Teilnehmern die einheimische Vogelwelt näherbringen, da
nur Bekanntes als Schützenswert betrachtet werde. Durch die Beschaffung
und Verteilung von Nisthilfen wird darüber hinaus auch praktisch
gearbeitet. Mit Vorträgen, Exkursionen und Festen werden auch andere
Naturschutzthemen aufgegriffen. Als abschließenden Schwerpunkt der
Arbeit nannte der Vorsitzende noch den Einsatz gegen
landschaftszerstörende Großprojekte wie den Skipark am Katenbuckel und
die Neckarbrücke in Zwingenberg. In den 25 Jahren seines Bestehens sei
die Nachwuchsarbeit immer wesentlicher Bestandteil des Engagements
gewesen, weshalb man sich vonseiten der Vorstandschaft darüber freue,
dass die NAJU-Gruppe unter neuer Leitung weitergeführt werde.
Nach den Ausführungen zur Geschichte standen Ehrungen für langjährige
Mitglieder auf dem Programm. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Dr.
Gerhard Berger, Heinricht Gramling, Karl Heisner, Dr. Ute Heisner,
Ursula Hübner, Hans Neuer, Gerhard Neureither, Wolfram Neureither, Ella
Schölch, Andreas Sigmund, Ernst Stephan, Siegfried Vogel und Edith
Wagner ausgezeichnet.