NABU Waldbrunn Aktivitäten Funkmast

Funkmast-Alternative teuer?

Der NABU Waldbrunn bedankt sich beim Gemeinderat für die sachorientierte Entscheidung bezüglich des Sendemastes, der nun am Katzenbuckel außerhalb des FFH-Gebietes entstehen soll - auch wenn der NABU nun über einen Sendemast im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet nicht erfreut ist.

Seitens des Betreibers, der BOS, wurde  allerdings ins Feld geführt, dass der naturverträglichere NABU-Vorschlag mit 3 Sendemasten fast doppelt so teuer sei wie die ursprüngliche Planung (siehe Bericht). Von Bürgerseite war daraufhin auch zu hören: „Obwohl diese Kosten nicht die Gemeinde bezahlen muss, trifft es schließlich doch den Steuerzahler”.

Der NABU-Vorstand möchte richtig stellen, dass diese angeblichen Mehrkosten nur die halbe Wahrheit darstellen.

Die ursprüngliche Planung ging von zwei Sendemast-Standorten aus: Katzenbuckel-Höchst und Reisenbach. Insofern geht es bei der NABU-Alternative nur noch um einen einzigen zusätzlichen Standort, nämlich Schollbrunn. Der dort schon bestehende und nach wie vor notwendige Polizeifunkmast ist dringend sanierungsbedürftig. Nach Aussage von BOS sei meist ein Neubau billiger als die Sanierung. Insofern wären dafür ohnehin Kosten angefallen und nur zum geringsten Teil der jetzt gewählten Standort-Alternative anzulasten. Außerdem bringt die jetzt beschlossene Version durch Verlagerung von einigen Parabolspiegeln vom Sender Reisenbach nach Waldbrunn erhebliche Mieteinsparungen. Diese Miete für die Mitbenutzung hätte in der ursprünglichen Version kräftig zu Buche geschlagen.

Desweiteren ist nicht zu vergessen, dass in der neuen Standort-Version die Masten Schollbrunn und Ebnet den Mastbetreibern nicht zu verachtende Mieteinnahmen von privaten Handy-Anbietern ermöglichen. In Anbetracht der nun auch noch verbesserten Flächenabdeckung mit Digitalfunk dürfte die jetzt beschlossene landschaftsgerechtere Variante in Wahrheit wirtschaftlicher sein als die anfangs geplante.

Gerhard Neureither (NABU Waldbrunn

 

Kein Funkmast auf dem Gipfel

Katzenbuckel-Gipfel

Der Katzenbuckelgipfel präsentiert sich seinen Besuchern auch künftig ohne Funkmast. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Nun steht es endgültig fest, auf dem Katzenbuckel-Gipfel wird entgegen ersten Planungen kein Funkmast gebaut. Einstimmig folgte der Waldbrunner Gemeinderat heute einem entsprechenden Verwaltungsvorschlag.

Statt Katzenbuckel-Höchst, wie vom Regierungspräsidium aus Kostengründen nach wie vor favorisiert, wird nun ein ca. 60 Meter hoher Schleuderbetonmast im Gewann „Ebnet” errichtet. Darüber hinaus entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum schon existierenden Polizeifunkmast Schollbrunn ein ca. 40-45 Meter hoher Neubau. Ergänzt werden diese beiden Standorte durch Antennen auf dem Sendemast in Reisenbach.

Das neue Standortkonzept folgt im Wesentlichen einem Gutachten, das der NABU Waldbrunn in Auftrag gegeben hatte. Es entstehen zwar Mehrkosten in Höhe von ca. 300.000 Euro, dafür erreiche man aber eine bessere Netzabdeckung beim Digitalfunk, was insbesondere im Ittertal und im Höllgrund vorteilhaft ist. Darüber hinaus könne man die neuen Funkmasten privaten Anbietern zur Verfügung stellen und damit eine bessere Abdeckung beim Handynetz erzielen, so Hans-Walter Ludwig vom zuständigen Regionalteam beim Regierungspräsidium Karlsruhe in einer kurzen Zusammenfassung der monatelangen Standortdiskussion (wir berichteten mehrfach). Beim Bau des Mastes im „Ebnet” werde man darauf achten, außerhalb des FFH-Gebiets zu bleiben, sicherte Ludwig zu.

In der vergangenen Woche hatten sich auch die Ortschaftsräte Waldkatzenbach und Schollbrunn für die Alternativlösung ausgesprochen.

Vor der Abstimmung dankte der Vorsitzende der CDU-Fraktion Markus Haas dem NABU Waldbrunn, der keine Kosten und Mühen gescheut habe, um einen Funkmast auf dem Katzenbuckelgipfel zu verhindern. In Reihen seiner Fraktion sei von Anfang an klar gewesen, dass man den Standort so nicht hinnehmen könne, sei der Katzenbuckel doch das Wahrzeichen der Gemeinde. Ein Funkmast wäre mit negativen Auswirkungen für den Tourismus verbunden gewesen, zeigte sich Haas überzeugt. Die Möglichkeit einer besseren Handyversorgung bringe weitere Vorteile für die Waldbrunner, weshalb die CDU der Standortkombination „Ebnet – Schollbrunn – Reisenbach” zustimme. Abschließend kritisierte Markus Haas die Kreis-Grünen, denen es seiner Ansicht nach bei der ganzen Standortdiskussion nur darum gegangen sein, sich politisch zu profilieren.

SPD-Sprecher Heinz-Dieter Ihrig hob hervor, dass bereits alle Argumente ausgetauscht seien, weshalb sich jede weitere Diskussion erübrige. Seine Fraktion werde den eindeutigen Voten der Ortschaftsräte folgen.

Das Regionalteam vom Regierungspräsidium Karlsruhe wird nun in die konkrete Planung einsteigen, entsprechende Gutachten und Pläne erstellen und dann einen entsprechenden Bauantrag stellen. Das Funknetz für den digitalen Behördenfunk soll in Baden-Württemberg Ende des Jahres fertig gestellt sein.

NABU-Gutachten zum Funkmast

Nach dem bekannt geworden war, dass auf dem Katzenbuckel-Gipfel, in unmittelbarer Nähe zum Aussichtsturm, ein Digitalfunkmast errichtet werden soll, haben wir bei Dr. Peter Löwe ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Alternativstandorte zu ermitteln.

Daheim wurde eine Variante mit Neubaum im "Ebnet" in Waldkatzenbach - Polizeifunkmast Schollbrunn - Sender Reisenbach ermittelt. Durch das Regierungspräsidium wurde der Standort "Ebnet" in einer weiteren Variante aufgegriffen. Eine Nachbearbeitung unseres Gutachtens erbrachte, dass diese Ebnet III - Variante FFH- bzw. Landschaftsschutzgebiete berührt.

Eine Zusammenfassung des Gutachtens kann im PDF-Format heruntergeladen werden. 

Am Montag, 17.05.10, um 19 Uhr, entscheidet der Gemeinderat Waldbrunn über den Standort. Ansonsten verweisen wir auf die Berichterstattung im Katzenpfad.

Stammtisch am 02. Juni

Da das Gasthaus "Kurgarten" in Strümpfelbrunn seit Anfang März 2009 geschlossen ist, findet unser monatlicher Stammtisch jetzt immer im Gasthaus "Drei Lilien" in Waldbrunn-Mülben statt. Wir treffen uns immer am ersten Mittwoch eines Monats, um 20.00 Uhr.

Neben diversen Umwelt- und Naturschutzthemen diskutieren wir auch über aktuelle Entwicklungen in der Region. Derzeit beschäftigt uns der geplante Digitalfunkmast am Katzenbuckel.

Darüber hinaus planen wir die jeweils anstehenden Punkte unseres Jahresprogramm. Selbstverständlich kommt auch das gesellige Beisammensein nicht zu kurz. Hierzu sind wie immer Mitglieder und Interessierte herzlich eingeladen.

Das nächste Treffen findet am Mittwoch, den 02.06.10, statt.

Innenminister zum Katzenbuckel-Funkmast

Waldbrunn/Stuttgart. Im Zusammenhang mit dem geplanten Funkmast auf dem Katzenbuckel startete der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl (Bündnis 90/Grüne), der in seiner Fraktion für alle Fragen rund um Mobilfunk zuständig ist, eine sogenannte „Kleine Anfrage” an die Landesregierung (wir berichteten). Diese wurde nun von Innenminister Heribert Rech beantwortet.

Dort heißt es zum Standort, dass der Digitalfunkmast „direkt neben der Kuppe des Katzenbuckel, ca. 100 m Luftlinie in südwestlicher Richtung vom dort befindlichen Aussichtsturm” geplant ist und 50 m hoch werden soll.

Auf die Frage nach geprüften Alternativstandorten teilte Rech mit, dass „in der Region verschiedene Standorte hinsichtlich ihrer funktechnischen Eignung geprüft worden seien. Hierzu gehören neben dem Steinbruch und der Sprungschanze am Katzenbuckel mit der Reisenbacher Höhe, Eichwald, Bräunlesrod, Hohfeld Heidenbuckel auf dem Funkmast von Vodafone, im Bannwald Mülben, auf der Max-Wilhelmshöhe, der Markgrafenhöhe und dem Imberg weitere Standorte abseits der höchsten Odenwald-Erhebung.

Derzeit prüfe man die funktechnische Nutzung des Aussichtsturms auf dem Katzenbuckel, der nach ersten Bewertungen um mindestens 12 Meter erhöht werden müsste. Der Umbau und die Anforderung an die materielle Sicherheit würden die ursprüngliche Nutzung des Aussichtsturms allerdings nicht mehr zulassen, heißt es vonseiten des Innenministeriums.

Die Alternativstandorte wurden allerdings alle ausgeschlossen, da es zu „teilweise erheblichen Unterversorgungen”, auf der L2311, im Reisenbacher Tal, im Höllgrunds sowie im Ittertal mit der Bahnlinie kommen würde.

„Diese Unterversorgungen können nicht hingenommen werden, da der Naturpark Neckartal-Odenwald nicht nur als Lebensraum der anliegenden Gemeinden, sondern besonders an Wochenenden und zur Urlaubszeit von der Bevölkerung stark frequentiert wird. In den Wintermonaten dient der Katzenbuckel zudem als beliebtes Wintersportgebiet, weshalb Einsatzmaßnahmen von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr dort durch eine ausreichende Funkversorgung sichergestellt sein müssen. Diese Anforderungen erfüllt der Standort Katzenbuckel in vollem Umfang”, so die Begründung von Innenminister Herbert Rech.

Die Grünen planen Anfang März einen Vororttermin, zu dem auch MdL Uli Sckerl erwartet wird.

Die Stellungnahme des Innenministers zum Herunterladen:
Innenminister zum Funkmast

Katzenbuckel-Funkmast bis zu 65 Meter hoch

Katzenbuckel-Funkmast bis zu 65 Meter hoch thumbnail

Alternativstandorte sollen gefunden werden - Landratsamts gibt Antworten

Mit sechs Parabolantennen, die einen Durchmesser von bis zu 1,8 Meter haben, soll der bis zu 65 Meter hohe Digitalfunkmast auf dem Katzenbuckel Funklöcher vermeiden und die Rettung von Menschenleben ermöglichen. Kritiker befürchten Elektrosmog und Landschaftszerstörung. (Foto: Hofherr)

Ein Bericht im Katzenpfad Online Magazin über einen geplanten Digitalfunkmast am Katzenbuckel, löste kurz vor Weihnachten Aktivitäten bei Kreis-Grünen und NABU Waldbrunn aus.

Die Grünen stellten Anfragen an Landes- und Bundestagsabgeordnete, sowie ans Landratsamt in Mosbach. Heute fand auf Einladung der Umweltschutzpartei und des NABU Waldbrunn am Fuße des Katzenbuckels, in der Turmschenke, eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung statt.

Kreisvorsitzende Christine Denz und Klaus Brauch-Dylla von den Grünen Neckar-Odenwald stellten die Antworten der zuständigen Behörde beim Landratsamt vor. Demnach soll der Funkmast 150 Meter westlich des Katzenbuckelturms innerhalb eines Buchenaltbestands errichtet werden. Um die Bäume zu überragen soll die Höhe des Gittermastes zwischen 45 und 65 Meter betragen, und damit deutlich sichtbar sein.

Laut Mitteilung des Landratsamtes wurden Alternativstandorte und Bestandsanlagen geprüfte. Da diese Standorte bis zu 200 Höhenmeter tiefer liegen, entstünden dabei Unterversorgungen. Diese Funklöcher liegen demnach auf der Bahnstrecke Eberbach - Erbach, der L 2311 Eberbach - Friedrichsdorf - Kailbach - Ernsttal und der K 4114 Gaimühle - Reisenbacher Grund.

Gerhard Neureither, Vorsitzender NABU Waldbrunn, regte an, einen Fachmann einzuschalten, der mögliche Ersatzstandorte ermitteln kann. Eine Errichtung auf dem Gipfel des Katzenbuckels beeinträchtige nicht nur die Landschaft, sondern auch die Optik. Der Katzenbuckel als Wahrzeichen der Gemeinde und des gesamten Odenwalds dürfe nicht mit einem solchen Bauwerk verschandelt werden.


Ernst Stephan vom NABU Waldbrunn erläuterte anhand einer Präsentation die verschiedenen Schutzgebietstypen, die vom Bau eines Funkmasts am Katzenbuckel betroffen wären. So sei das Gebiet nicht nur Landschaftsschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet), sondern der Katzenbuckel in seiner Gesamtheit ein Naturdenkmal. Neben der optischen Beeinträchtigung und dem massiven Eingriff in die Schutzgebiete, müsse auch mit Elektrosmog gerechnet werden, so der NABU-Sprecher weiter.

Auch vonseiten der Zuhörer wurden verschiedene Befürchtungen bezüglich Strahlungsbelastung geäußert. Wenn der Mast erst stehe, sei eine weitergehende kommerzielle Nutzung durch Mobilfunkbetreiber zu erwarten, so die Sorge. Außerdem seien Baumaßnahmen notwendig, die in dem sensiblen Gebiet ihre Spuren hinterlassen.

Nachdem die vorliegenden Informationen ausgetauscht waren, ging es darum, die weitere Vorgehensweise zu erörtern. Da viele Fragen noch offen sind, beispielsweise baurechtliche Aspekte, kam man darin überein, die nächste öffentliche Sitzung des Gemeinderats Waldbrunn (25. Januar 2010) abzuwarten. An die anwesenden Ortschafts- und Gemeinderäte wurde appelliert, sich von der Verwaltung weitergehende Informationen einzuholen. Außerdem sollen Anfragen an Landtags- und Bundestagsabgeordnete für Aufklärung sorgen. Kontaktaufnahme zu anderen betroffenen Regionen sollen ebenfalls initiiert werden.

Es ginge niemandem darum, die neue Technologie zu verhindern; ebenso wenig wolle man Menschenleben gefährden, betonten Grüne und NABU abschließend. Es gehe lediglich darum, den Katzenbuckel in seiner bisherigen Gestalt zu erhalten und Alternativstandorte zu finden.

In Baden-Württemberg sollen 650 Basisstationen entstehen; 200 Masten wurden bereits errichtet. Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sollen dadurch in einem bundesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystem kommunizieren. Neben Einzel- und Gruppenkommunikation stellt die Abhörsicherheit eines der wichtigsten Argumente der Ausbaubefürworter dar. Übertragung von Daten sowie eine deutlich verbesserte Übertragungsqualität sind weitere Vorteile, so die Darstellung der Bundesanstalt für Digitalfunk.

Antwort des Landratsamts Neckar-Odenwald als PDF-Dokument:
Neun Fragen zum Funkmast

 

Schließen